Berichte von 08/2014

Sonne, Sonne, und gute Laune :-)

Sonntag, 31.08.2014

Liebe Freunde des guten Wetters,

ich hoffe, ihr friert nicht zu sehr! Das ist so verrückt... Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass bei euch so mieses Wetter ist, weil es hier einfach so warm ist. Die letzten 2 Tage war es zwar ab und zu auch bewölkt, aber trotzdem sehr warm! Kommt alle ganz schnell her! WIr finden schon ein Plätzchen für euch!

Heute erzähle ich euch ganz spannende Geschichten, die sich vom 25.8. bis heute zugetragen haben.

Montag war riiiiischtiiiisch langweilig. Morgens hab ich gearbeitet und nachmittags war Sprachkurs, und dann war ich so müde, dass ich gleich eingeschlafen bin

Am Dienstag war der Abschied von Isidora aus Serbien, die auch bei uns gearbeitet hat und deshalb haben wir abends erst zusammen gekocht und sind danach alle zum Strand gegangen. Als wir an der Promenade des Anglais saßen, machte es plötzlich buuuumm. Nein, ich hab mich nicht verliebt. Aber ich hab zur Abwechslung mal wieder einen Unfall gesehen. Ein Autofahrer hat einen Motorradfahrer übersehen und dann lag der Motorradfahrer auf der Straße... Zum Glück war die Polizei sofort da und hat sich um alles gekümmert. WIr sind weiter gegangen, weil es wirklich eklig war, wie innerhalb von 2 Sekunden eine Menschtraube um den armen Motorradfahrer stand...

Um halb 1 hab ich mich dann auf den Weg nach Hause gemacht. Plööötzlich klingelt mein Telefon und es war Romain, mein Mitbewohner, der eigentlich schon mit uns zum Strand kommen wollte, aber dann doch etwas länger brauchte. Er meinte dann, ich soll zu einer Straße kommen, wo er mich dann abholt und nach Hause bringt! Das war echt super, weil sonst wär ich locker eine halbe Stunde unterwegs gewesen.

Am Mittwoch war ich dann ziemlich kaputt, weil ich im Moment zusätzlich auch nicht sonderlich gut schlafe. Also war ich froh, als der Tag rum war und ich im Bett lag. Dann kam allerdings plötzlich meine Mitbewohnerin rein und meinte, dass noch ein paar Leute vorbei gekommen sind und noch ein bisschen was essen. Der Teil mit dem Essen hat mich dann überzeugt und dann bin ich noch ins Wohnzimmer. Romain ruft ab und zu bei chinesischen Restaurants in Frankreich an und imitiert den Akzent von Chinesen, wenn sie französisch reden. Das ist zu lustig und alle schmeißen sich immer weg

Der Donnerstag war dann weeesentlich besser! Nachmittags musste ich arbeiten, und da ich nichts zu tun hatte, habe ich irgendwann mit meinem goldigen Schwesterherz geskypt. Das war sehr unterhaltsam, weil Romain mit ihr reden wollte, aber meine süße Schwester irgendwie nicht so begeistert war Wir hatten vorher über hässliche Fotos geredet und ich hab Romain dann mein Führerscheinfoto gezeigt. Den hat er sich dann fix geschnappt, Fotokopien gemacht und allen im Büro das Foto gezeigt. Dann wurde erst mal darüber diskutiert, ob ich einem Sänger von ABBA oder Spock ähnlich sehe. Seitdem begrüßt mich der schönste Mann aus dem Büro immer mit diesem komischen Gruß, den die da immer machen.

Nunja, man muss auch mal Spaß auf der Arbeit haben! Und obwohl es für mich immer noch etwas komisch ist, gewöhne ich mich langsam dran, dass man hier nicht immer, sobald der Chef vorbeikommt, so tun muss, als sei man höchst konzentriert bei der Arbeit. Die Philosophie in Frankreich ist, ein bisschen Flurfunk zu betreiben, und einfach für eine gute Atmosphäre zu sorgen. Egal, ob man mal telefoniert, quatscht, SMS schreibt, oder sonst was. Und ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, sich daran zu gewöhnen.

Am Freitag hab ich mir in der Mittagspause im Supermarkt ein Sandwich geholt und mich damit an den Strand gesetzt. Das tut einfach immer so gut. Und dann auch noch mit Papa telefonieren...  Außerdem war mein Chef nicht da, also war alles noch ein bisschen entspannter, als es eh schon immer ist. Und dann hatte ich noch ein großes Highlight! Ich durfte nämlich nach Deutschland telefonieren, weil es Probleme mit einer Schülerin aus Deutschland gibt. Ich und das Telefon sind uns einen entscheidenden Schritt näher gekommen!

Gestern bin ich mit meiner Kommilitonin Jenny nach Grasse gefahren, um die Stadt einfach mal anzusehen, da diese ja bekannt für Parfum und Blumen ist. Es ist wirklich eine sehr süße und schöne Stadt, wo es überall gut riecht, weil über allen Gassen so eine Schnur, die aussieht, wie ein Stromkabel, gespannt ist, woraus Wasser gesprüht wird (was bei der Hitze echt gut tut), und das ist oft mit Seife oder anderen Gerüchten versetzt.

Und dann waren wir noch im Museum für Parfum, wo die ganze Geschichte des Parfums dargestellt wird, etc.! Und nein, Mama, ich mag immer noch keine Museen. Es war zwar ganz interessant, aber ich war froh, als ich wieder draußen war

Guckt mal:

 

 

Abends war dann ein Freund von Luisa da und wir haben zusammen gegessen und hatten einen sehr lustigen Abend.

So ging es dann heute auch weiter, als ich mit Silvia und Luisa nach Villefranche gefahren bin, um mich an den Strand zu schmeißen. Das war sooo schön :-) Ich hab es zwar mit dem Sonnenbad etwas übertrieben, aber es ist alles im Rahmen. Bin glaub ich so gerade eben einem Sonnenbrand und -stich entkommen!

Jetzt sind wir gerade wieder gekommen und wollen gleich zusammen kochen. Ich hab einfach wirklich das Gefühl, angekommen zu sein. Wir sitzen abends zusammen, und ich fühle mich wie ein Teil, der dazugehört und nicht mehr so wie am Anfang, als sich alles so fremd angefühlt hat.

Auch wenn ich letzte Woche wirklich ab und zu das Bedürfnis hatte, nach Hause zu fahren um einfach mal wieder zu Hause zu sein, ist es hier einfach toll. Aber wenn man dann von mehreren Leuten hört, dass sie für ein Wochenende nach Hause fahren, ist man schon etwas neidisch

Aber jetzt bin ich mal gespannt, was wir gleich so zaubern.

Ich hoffe, es geht euch allen gut! Ich hab euch sehr lieb

Hayat weg, aber immerhin die Sonne bleibt!

Sonntag, 24.08.2014

Liebe Gemeinde,

Heute werde ich Ihnen was über Nizza, Freundschaft, zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe und Familie erzählen.

Wie bereits am letzten Wochenende erwähnt, war am Wochenende Hayats Abschiedsparty in der Schule. Das war ein richtig schöner Abend. Mein Chef, Arbeitskollegen und Freunde waren da. Alle haben ein bisschen was zu essen mitgebracht und wir hatten einen sehr lustigen Abend.Und es war sooo lecker. Hayat hatte kurdische Pizza gemacht, es gab Spieße, Salate, Quiche, Dessert, Chips, Alkohol, etc :-)

Ein hübsches Foto von unserer WG gabs dann auch :)

Danach sind wir dann noch in den hübschen Latinoschuppen Sansas gegangen. Ein Rinderbaron neben dem anderen und alle furchtbar schmierig Es macht ja durchaus Spaß, Menschen beim Tanzen zuzugucken, die es wirklich können. Aber wenn man dann auf der Tanzfläche angepackt und von einem Schrank rumgeschleudert wird, muss ich mich sehr zusammenreißen, meine Faust nicht mal zu schleudern. Keine Sorge: Ich benehme mich! Furchtbar aufdringliche Kerle! Aber ich schlag mich durch :D

Am Sonntag wollten wir dann eigentlich zum Strand, aber aufgrund der Tatsache, dass wir alle unsere Körper nur mehr oder weniger unter Kontrolle hatten, haben wir uns lieber einen gemütlichen Tag zu Hause gemacht. Sehr unspektakulärer Tag!

Der Montag verlief tagsüber auch ohne größere Vorkommnisse. Abends saßen wir wieder alle zusammen, haben immer noch an den Essensresten vom Samstag rumgeknabbert, und hatten einen sehr schönen Mädelsabend, der natürlich gleichzeitig der letzte Abend mit Hayat war :)

Das war dann die nötige Entspannung vor einem emotionalen Dienstag!

Denn an genau diesem Dienstag sollte meine liebe liebe tolle Hayat nach Hause fliegen. Sie kam morgens noch mal ins Büro und wurde dann um 12 Uhr zum Flughafen gebracht. Wie beim Arzt wurde jeder aufgerufen, um Tschüss zu sagen und musste nach draußen kommen, da wir alle der Meinung waren, dass sonst das ganze Büro gleichzeitig heulen würde. Und das wäre nun wirklich zu viel des Ganzen! Und wer hat geheult?? Ja mensch, ihr kennt mich aber gut! Ja richtig! IIIICH!!! :D Aber Hayat auch. Haha! Und sowieso nicht nur wir 2. Abschiede sind einfach blöd! Aber ein Wiedersehen ist schon geplant! Sie ist übrigens gut in Deutschland angekommen! Ich war an dem Dienstag auf jeden Fall so frustriert, dass ich nachmittags einfach nicht zum Sprachkurs gegangen bin

Aber wir passen doch auch einfach gut zusammen! Format Milchschnitte:

Der Rest der Woche verlief dann sehr unspektakulär! Das Telefon auf der Arbeit und ich sind immer noch Feinde, und die Türken, Russen, Schweizer oder Deutsche, die anrufen und so ein schlechtes Englisch und Französisch reden, dass ich am liebsten durch den Hörer springen würde, sind auch nicht besser Ansonsten macht's aber Spaß. Meine Kollegen sind wirklich toll! Und was ich am Anfang echt nicht erwartet habe, ist jetzt eingetroffen. Der Sprachkurs wird immer öfter zu meinem Tageshighlight! Hört sich an, wie ein lernwütiger Erstklässler, oder? Aber es macht wirklich so viel Spaß. Mein Lehrer ist einfach der Kracher, und jetzt, wo Hayat weg ist, bin ich wohl seine Chérie :D Nein Papa, er ist keine knackige 25! Er ist schon 40 Jahre mit seiner Frau verheiratet 

Gestern, also Samstag, hab ich dann mit meiner Kommilitonin Jenny Nizza erkundet. Hier gibt es auch einen Hop on Hop off-Bus. Die Tickets dafür kann man für tagsüber, aber auch für tagsüber und nachts kaufen. Und wir haben uns für die zweite Option entschieden. Nizza bei Tag ist wirklich schön, aber nachts fast noch schöner!

Ich lass jetzt einfach mal nur Bilder sprechen:

Ich kann euch sagen: Hier lässt es sich wohl aushalten!

Zwar merke ich jetzt schon, dass es Alltag wird, und man ein bisschen das Auge dafür verliert, aber immer, wenn ich das merke, sag ich mir, dass ich die Augen offen halten muss und hier immerhin nur 4 Monate wohne.

Und lustigerweise kommt es wie immer auf die Perspektive an: Ich hab das Gefühl, dass ich schon ewig hier bin. Da kommt es mir dann wirklich wenig vor, wenn ich in den Kalender gucke und sehe, dass es gerade mal 3,5 Wochen sind. Wenn ich mir dann aber sage, dass ich nur noch 3 Monate hier bin, also ein Viertel schon rum ist, ist es krass.

Nunja, heute bin ich erst mal umgezogen. Genau 2 Meter weiter in ein anderes Zimmer. Und jetzt wohn ich mit Luísa, der Brasilianerin, zusammen.

So, hab ich aus dieser höchst spektakulären Woche noch was vergessen?

Achja, zu den Themen Liebe & Familie: Ich liebe meine Familie über alles und ihr fehlt mir! Hihi :-)

Passt auf, dass ihr nicht erfriert, bzw. kommt schnell nach Nizza!!

 

Feiertag, Strand & Abschiedsparty...

Samstag, 16.08.2014

Dear Fans,

Wisst ihr, was krass ist? Ich bin jetzt schon über 2 Wochen hier. Und trotzdem erinner ich mich noch genau an den 30.07.!

Aber meine WG und auch meine Kollegen hier machen es mir wirklich leicht, mich schnell einzuleben und mich wohl zu fühlen. Wir sind jetzt schon mehrmals abends ausgegangen, egal, ob nur um was zu trinken oder um ein bisschen das Tanzbein zu schwingen!

Am letzten Wochenende (9./10.8.) waren wir samstags und sonntags am Strand und haben abends lecker zusammen gekocht. So als Gruppe macht das doch wesentlich mehr Spaß als allein für sich zu kochen. Und außerdem kann es nur gut sein, wenn 2 Italienerinnen Koch spielen

Dann hab ich letzte Woche außerhalb des Sprachkurses meine Lehrerin getroffen und sie meinte zu mir, dass ich immer viel zu schnell mit den Aufgaben fertig wäre und absolut unterfordert wäre. Deshalb dann mein Aufstieg in den besten Kurs Jetzt konnte ich die letzte Woche also noch mit Hayat im gleichen Kurs sitzen. Und der Lehrer ist einfach toll :-)

DIe Arbeit läuft im Prinzip auch gut, bis auf die Tatsache, dass ich am Donnerstag meinen letzten Arbeitstag mit Hayat hatte und dass die französische Tastatur mich wahnsinnig macht! Guckt euch das mal an! Das ist furchtbar!

Bild in Originalgröße anzeigen

 

 

 

 

Am Mittwoch Abend um 22 Uhr war mein Mitbewohner der Meinung, dass wir noch ausgehen müssen. Also sind Ema (Arbeitskollegin, Italienerin), Silvia, Hayat, Romain und ich ins Auto gestiegen und sind in ein richtig schönes kleines Städtchen (Juan-les-Pins) gefahren und haben da in einer Strandbar, wo das Meer keine 5 Meter entfernt war, Cocktails getrunken.So ein Leben am Meer ist wirklich toll!

Am Donnerstag hat mein Chef für die Schüler unserer Sprachschule und auch für uns ein Barbecue  organisiert. Mittags saßen wir also alle im Garten unserer Sprachschule und haben es uns gutgehen lassen :-) Der Finanzchef der Schule meinte dann erst mal zu mir, dass auch bei denen manchmal gearbeitet wird, auch, wenn ich da vielleicht einen anderen Eindruck hätte!

Am Freitag hatten wir alle frei, weil hier ein Feiertag war. Das haben wir natürlich ausgenutzt und sind mit dem Zug nach Villefranche-sur-Mer gefahren. Das ist keine 10 Minuten von Nizza entfernt. Dort gibt es im Gegensatz zu Nizza einen Sandstrand. Zwar auch mit kleinen Kieseln, aber wesentlich bequemer als die Steine in Nizza. Und dann ist da auch noch dieser geniale Ausblick! Romain hat gerade Freunde aus Lyon zu Besuch und Ema eine Freundin aus Paris. Die waren auch alle mit am Strand. Als wir wieder in Nizza waren, sind wir spontan noch in der Altstadt einen Aperitif trinken gegangen. Emas Freundin redet ohne Ende, aber gerade das ist gut. Und sie ist wirklich sehr nett. :-)

Gestern (Freitag) Abend gab es dann am Strand von Nizza ein großes Feuerwerk wegen des Feiertages. Und wir hatten den perfekten Ausblick von unserer Dachterrasse. Nizza bei Nacht ist einfach wunderschön!

Heute Nachmittag gibt's in der Sprachschule eine kleine Abschiedsparty für Hayat. Dafür wird gerade alles vorbereitet. Essen, Trinken, etc :-) Danach gehen wir dann noch ein bisschen dancen

Froschi ist natürlich immer dabei!

Und wir haben dann zusammen ein bisschen Mitleid mit euch, weil ihr so blööödes Wetter habt! Aber kann halt nicht jeder so viel Glück haben wie wir! Aber immerhin habt ihr nicht so ein Problem mit Mücken. Diese Viehcher sind sooo schlimm! Ich hab riiiiesen Mückenstiche. Immer nur an den Beinen aber mit 10 cm Durchmesser. Und es hört nicht auf zu juuucken

Aber gut, weil ich eine gute Mitbewohnerin bin, geh ich jetzt ganz schnell wieder in die Küche und helf den anderen bei den Vorbereitungen!

 

Ich hab euch lieb, und schick euch ganz viel Sonne, Wärme und Umarmungen nach Hause!

Erstes Tief überstanden, es geht weiter :-)

Freitag, 08.08.2014

Liebe Fans, da bin ich wieder! :-)

Nachdem in den letzten Tagen nicht so sonderlich viel Schönes passiert ist, und ich mein absolutes Heimweh-Krisen-Anfall-Traurig-Allesblöd-Loch hatte, geht's mir jetzt wieder gut:-)

Aber fangen wir da an, wo wir aufgehört haben:

Hatte ich im letzten Eintrag erwähnt, dass ich meine Heimwehphase überwunden habe? Haha... Ich wusste bis jetzt scheinbar gar nicht, was Heimweh ist!

Am Freitag hatte ich schon einen Kloß im Hals, weil der 1.8. war... Ich war aus gegebenem Anlass in einer Kirche in Nizza um eine Kerze anzuzünden: . Schon komisch, dass das schon ein Jahr her ist... Aber trotz allem war bis dahin eigentlich noch alles gut.

Am Sonntag war noch alles super. Ich hab mich mit meiner Kölner Kommilitonin Jenny mittags in der Stadt getroffen, und wir haben zusammen Nizza erkundet. Das war Wahnsinn. Wir sind zu einem wunderschönen Aussichtspunkt gefahren und hatten einen tollen Blick über NIzza! 

Von dort sieht man unter anderem auch den Hafen von Nizza:

Der Tag war also wirklich schön. Und abends kam dann plötzlich mein Tief. Hat sich einfach in mein Zimmer geschlichen und sich an mich dran geheftet... Und wollte nicht mehr gehen.

Ich hab mir viel zu viel Stress gemacht wegen der vielen neuen Leute, der Arbeit, der Sprache, etc. Das hat dann wie immer für furchtbare Bauchschmerzen gesorgt und ich war bedient. Hinzu kommt, dass ich so circa die allerbeste Mama der Welt habe, die mir einfach unfassbar doll fehlt. Umso besser, dass sie mich bald mit der allerbesten Tante der Welt besuchen kommt!!

Nunja, die nächsten Tage verliefen dann eher ohne positive Zwischenfälle. Mitten am Tag sind mir die Tränen in die Augen geschossen und ich war komplett überfordert. Ich war schon auf der Homepage von Lufthansa, um meinen Rückflug zu buchen. Und es reicht ja nicht, dass ich schon mit mir und meiner eigenen Situation überfordert bin... Dann kommen noch die nizzerianischen Killermücken und zerstechen mir meine gaanzen Beine. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so viele Mückenstiche wie letzte Woche. Und das juuuuckt

Trotzdem wurde mir insbesondere von Hayat immer gesagt: "T'inquiète... ", was so viel heißt wie: Mach dir keinen Kopf. Das wird schon.

Aber so richtig bin ich nicht aus meinem Tief raus gekommen. Obwohl es schöne Momente gab, war ich nie wirklich ganz dabei, sondern immer in Gedanken zu Hause und mit dem Herzen sowieso. Am DIenstag haben wir dann den Abschied von meinem einen Mitbewohner "gefeiert", der nach einem halben Jahr Nizza zurück nach Mexiko gegangen ist. Selbst das war im Prinzip ein schöner Abend, aber ich war mir sicher, dass mich nichts mehr in Nizza hält. Das hab ich dann auch schon halb schluchzend Papa beim skypen mitgeteilt. Und ich war der Meinung, dass es schlimmer nicht mehr geht. Aber wie sagt man so schön? Schlimmer geht immer! Am Mittwoch war es so weit. Nach der Arbeit (mit viel zu vielen Infos für die ohnehin schon geschwächte Viola) musste ich schon auf dem Heimweg ordentlich gegen meine Tränen ankämpfen. Gerade zu Hause habe ich mein Schwesterherz angerufen und mal wieder den Schlosshund imitiert. Standard war: "Nein, Viola, du willst nicht nach Hause kommen! Nein, Viola, du schaffst das!". Nachdem ich gefühlt eine Stunde durch geheult habe, musste ich Mama anrufen um mit ihrer Hilfe noch einige Probleme mit deutschen Behörden aus dem Weg zu räumen. Vorher hat sich der Wille in mir gefestigt, nicht zu heulen weil theoretisch kein Wasser mehr in den Tränensäcken sein dürfte. Aber ... Richtig: schlimmer geht immer! Mama musste nur fragen "Und, wie gehts?" und es war vorbei. Ulalalala.... Was hab ich geheult. Aber sagte ich bereits, dass MEINE MAMA die beste Mama der Welt ist? Irgendwie schafft sie es immer, mir Mut zu machen, mir Angst zu nehmen, und mir gleichzeitig in den Allerwertesten zu treten! Jaaa, ich weiß, ich hab eine tolle Familie Auch meine Lieblingstante hat mir eine Aufmunterungsmail geschrieben und eine ähnliche kam auch noch von Papa. Ihr seid toll. Aber wisst ihr was? Ihr habt's geschafft! Ich bleib in Nizza! Selbst Schuld! (Angaben zu weiteren Heimwehattacken ohne Gewähr!!!!!)

Es kam nämlich tatsächlich wieder alles in Ordnung. Am Donnerstag, also gestern, hatte meine allerliebste Lieblings-Hayat frei, ebenso wie heute. Ich war also "alleine" im Büro. Aber es gibt auch noch Vivi, die mit mir dort sitzt, und mir gestern und heute auch sehr viel geholfen hat.

Und weil ich so eine gute Tochter bin, hab ich selbstverständlich auf meine Mama gehört, und bin gestern in der Mittagspause zum Strand gegangen. Kinder, was tat das gut! Abends sind wir dann mit ein paar Kollegen und meinen Mitbewohnern was essen/trinken gegangen udn waren nachher noch feiern. Und ich kann euch sagen: Obwohl mein Herz immer noch zu Hause ist, hab ich den Abend trotzdem in vollen Zügen genossen. Als wir dann um 3 Uhr morgens zu Hause waren, haben wir uns alle noch ein bisschen in die Küche gesetzt und gequatscht. Dolce Vita... Und das, obwohl wir heute Morgen alle früh raus mussten. Aber wie wird mir hier immer gesagt? "Du bist Praktikantin, mach dir nicht so einen Stress!" Ich denke, ich hab mein neues Lebensmotto für die 4 Monate Nizza gefunden.

Heute Morgen war ich also auch arbeiten. Mein Chef hat mir viel geholfen, viel gezeigt und erklärt. Dementsprechend schnell ging die Zeit rum. Meine ersten Überstunden hab ich auch schon gesammelt. Nicht, dass ich mir davon was kaufen könnte, aber mensch Leute, ich mach Überstunden! Davon war ich so begeistert, dass ich nachmittags einfach mal den Sprachkurs geschwänzt hab Stattdessen bin ich lieber mit Hayat in die Altstadt gegangen, und sie hat mich in die nizzanionischen Essgewohnheiten eingeführt. Ich kann nur sagen, es gibt hier seeehr leckere Spezialitäten!! Aber aufgrund von Schlafmangel und Hitze bin ich jetzt wieder zu Hause und kaputt.

Morgen geht's übrigens nach Saint-Tropez! Endlich suche ich mir den reichen Mann mit Yacht, wie ihr es alle wolltet! Jaa... für die Singles unter euch suche ich natürlich mit :-) Die Gelegenheit, dahin zu fahren, habe ich dank meiner Sprachschule. Für unsere Junioren, die hier einen Sprachkurs machen, wird am Samstag immer ein Programm zusammengestellt. Meistens ein Ausflug in eine Stadt in der Umgebung. Für uns fleißig arbeitende Praktikanten sind diese Ausflüge kostenlos. Also fahr ich morgen mit Hayat, Lulu, und ein paar anderen mit nach Saint-Tropez :-) Schwesterherz: Ich bestell Robäääääääärt viele Grüße von dir!!!

So Ihr Hasen, das war's dann glaub ich auch erst mal. Ich bin euch sooooo dankbar für eure aufbauenden Mails, Telefongespräche, etc:-) Ihr seid die Allerbesten und ohne euch wäre ich completely lost! Ich freue mich so sehr und bin so stolz, dass ich so eine tolle Familie hab: Meine Mama, die ohne wenn und aber für mich da ist, meine Schwester, die jetzt sogar vielleicht doch nach Nizza kommt (?!), mein Papa, der trotz unterirdisch schlechter Internetverbindung nicht aufgibt und mit skypen mag und die anderen auch :-)

Ihr seid toll! Bis bald!

 

Hier noch der Ausblick aus meinem Zimmer:

Und meine Wg: von links nach rechts: Italienerin Silvia, moi, Mexikaner Gerardo, Hayat und Brasilianerin Luísa. Links: Franzose Romain; gehört auch zu meiner WG dazu :-)

Die ersten Tage...

Samstag, 02.08.2014

Meine lieben Fans,

jetzt bin ich schon einige Tage hier und hab mich jetzt doch entschieden, einen Blog zu machen, weil ich den Überblick darüber verliere, wem ich was schon erzählt hab und wer welche Fotos schon gesehen hab. Also nun hier alles für alle zugänglich

... Es war einmal, an deinem grauen Mittwochmorgen (30.07.2014), als Herr Harald König die kleine Prinzessin Viola aus dem beschaulichen Warendorf ins weit entfernte Frankfurt bringen wollte, von wo sie den Flieger nach Nizza nehmen sollte. Dieser Morgen verlief alles andere als schön. Nachdem die kleine Prinzessin noch ein wenig mit ihrer Mama im Bett gekuschelt hatte, verging die Zeit viel zu schnell. Plötzlich stand schon der König vor der Tür und bat die Prinzessin, in seine Kutsche einzusteigen. Es flossen viele Tränen, denn die Königin, der Hofhund und auch das Schloss liegen der Prinzessin sehr am Herzen!

Als sie den Abschied hinter sich gebracht hatte, ging es auf große Reise. Der Weg verlief weitesgehend ereignislos, abgesehen von einer kurzen Pause auf einem Rasthof.

Plötzlich trat Froschi, den die kleine Prinzessin einst ihrem Vater geschenkt hatte, zurück in ihr Leben.Er saß einfach auf dem Beifahrerkutschensitz und der König sagte, er werde die Prinzessin auf der großen Reise begleiten.

Das war eine tolle Überraschung! Am Flughafen angekommen ging die Traurigkeit von vorne los. Es war kein schönes Gefühl,nach der Königin auch noch den König alleine zurück zu lassen. Aber so ist das Leben. Beim Adieu an der Sicherheitskontrolle kullerten nur so die Tränen. Der König riss sich tapfer zusammen, um die Prinzessin nicht noch trauriger zu machen. Vielen Dank dafür, lieber König! :-)

Der anschließende Flug nach Nizza war toll. Das Fliegen über die Berge, an der Küste entlang und über dem Meer war super! Froschi war natürlich auch mit dabei!

So, genug mit der Prinzessinnengeschichte. WIr sind in Nizza!

Abgeholt wurde ich wie abgesprochen von einem meiner Mitbewohner (sehr nett) und dieser hat mich dann zur WG gebracht. Die Wg ist sehr französisch. Wir haben alles, was man so braucht, aber schön ist anders. Bei der Begrüßung meiner Mitbewohner kam ein Mädel strahlend auf mich zu und sagte: "Hey, na, wie geht's dir?".... Sie ist tatsächlich Deutsche. Aber reist in 2,5 Wochen ab und ich werde sie sozusagen "ersetzen". Sie hat mir dann noch den nächsten Supermarkt gezeigt und dann war ich auch wirklich kaputt und bin schlafen gegangen. Der nächste Morgen war mein emotionales Tief. Trääääääänen ohne Ende. Aber zum Glück hatte ich mit meiner Mitbewohnerin abgesprochen, dass sie in der Mittagspause nach Hause kommt um mich abzuholen, mir den Weg zur Sprachschule und anschließend die Sprachschule und meine Kollegen zu zeigen. Wirklich alles sehr schön und auch die Kollegen sind super!

Der Innenhof der Sprachschule sieht so aus:

Da meine Mitbewohnerin dann weiter arbeiten musste, bin ich gleich mal zum Strand gegangen und hab es soooo genossen. Es ist ein TRAUM!

Danach bin ich zurück zur Sprachschule um mit meiner Mitbewohnerin (sie heißt übrigens Hayat) und meinen zukünftigen Kolleginnen essen zu gehen. Hayat ist wirklich ein Engel. Ohne sie wäre ich am Anfang wirklich aufgeschmissen. SIe wird mich die nächsten 2 Wochen auch noch im Büro einarbeiten. Mein Chef hat mir am DOnnerstag dann auch gleich noch mitgeteilt, dass ich nicht wie abgesprochen am Freitag anfangen soll, sondern dass ich den Tag gefälligst am Meer genießen soll. Ich hab ihn aber drum gebeten, wenigstens den Sprachtest schon am Freitag zu machen.

Das hab ich gestern Morgen dann auch gemacht. Der Test lief gut :-) Danach bin ich ein bisschen in Nizza rumgeschlendert. Nicht weit von der Sprachschule entfernt ist die Avenue Jean Medecin, die Haupteinkaufsstraße von Nizza. Sehr hübsch, und trotzdem hat es mich erneut überrascht. Nizza ist nicht die Schickimickistadt. Im Moment sind wahnsinnig viele Touristen da. Bzw. nicht nur im Moment. Ich ließ mir sagen, dass die Touristen immer da sind, bis auf November, Dezember und Januar. Und auch sonst laufen viele normale Menschen rum. Also alles nur halb so schlimm!

Nunja, das Highlight war dann etwas, was man besser nicht machen sollte! Ich habe mitten auf dieser Straße mir die Straße dann mal von etwas näher angeguckt, weil ich leider gestolpert bin. Uuuuups! Fast nicht peinlich. Aber es war natürlich nur, um die Nettigkeit der Franzosen zu testen. Es eilte sofort ein etwa 60-jähriger Franzose herbei, um mir aufzuhelfen. Ein "Merci" hab ich gerade noch raus bekommen, bevor ich die Flucht ergriffen hab! Leute, macht sowas nicht! Das ist dann doch eher unangenehm!

Nach meiner kleinen Tour durch die Stadt bin ich zurück zur Sprachschule und danach waren Hayat, eine Arbeitskollegin und ich essen. Lecker, oder? Kostet hier unschlagbare 15 €!!!

Nach diesem traumhaften MIttagessen sind wir zurück zur Sprachschule und ich bin mit Hayat zusammen in ihren Sprachkurs bei einem wunderbaren Lehrer gegangen. Obwohl das überhaupt nicht mein Kurs sein wird, hab ich trotzdem in 3 Stunden wahnsinnig viel gelernt!

Abends bin ich mit einer anderen Mitbewohnerin (wir sind im Moment zu sechst!!) zurück gegangen und auch dann war ich trotz der Einladung, mit etwas trinken zu gehen, einfach zu kaputt!

Heute (Samstag) Morgen, bin ich mit Hayat, ihrer Ex-Gastmama und deren Sohn an einen wunderschönen Strand gefahren. Cap-d'Ail ist einfach ein Traum. Nizza ist wahnsinnig überfüllt, aber Cap-d'Ail war einfach super. Ich hab mir auch gleich eins der Häuser dort gekauft!! Das ist ein Traum! Und das Wetter war toll und das Wasser ist so klar wie in der Karibik! Das war super.

Und jetzt bin ich schon wieder ganz kaputt. Die totale Reizüberflutung!

Aber noch etwas zum Schluss: Leute, in Deutschland geht's uns wirklich gut! Hier muss man im Prinzip nur auf den Gehweg gucken, weil alle 2 Meter ein Hund ein sehr spezielles Geschenk hinterlässt. (Kleiner Tipp: Guckt euch das hier mal an http://www.youtube.com/watch?v=0Wz61b2OvZA )!

Und die Männer hier sind schlimm. Also natürlich nicht alle :-) Aber sie sind sehr... nunja... liebesbedürftig. An meinen 3 Tagen Nizza wurde ich bestimmt schon 5 Mal auf die lustigsten Arten und Weisen angesprochen. Alle mit dem Inhalt: Du bist toll, süß und klasse. Willst du mich kennenlernen?

Mir wurde von Anfang an eingetrichtert, dass ich bloß antworten soll "Nein!!! Ich hab einen Freund!!!" Blöderweise stört das hier die wenigsten. Ein "Wen stört's?" ist noch das netteste, was man zu hören kriegt. Aber naja... ich bin halt begehrt :D

So viel zu meinen ersten Tagen.

Meine lieben zurückgebliebenen Hasen in Deutschland: Ich vermisse euch, sehr sogar. EIne kleine Umarmung hier, ein Knutschi da... das wär was feines :-) Aber ich will mich nicht beschweren. Es ist wirklich schön hier! Und dank Hayat hab ich wirklich schnell Anschluss gefunden und meine Heimwehphase hab ich gut überstanden.

Ich drück euch ganz fest und schick euch etwas Sonne und Meeresluft rüber! Bis bald.

Viola